“Im Jahr 2016, meinem zweiten Lebensjahr in Bozen, war ich tief beeindruckt von diesen wunderschönen Anblick, als ich zum ersten Mal von meiner Wohnung aus bei Sonnenuntergang die Herz-Jesu-Feuer auf den majestätischen Gipfeln Südtirols leuchten sah. Die Erinnerung an die „Fogueira de São João“ in Brasilien, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin, berührte mein Herz. Im Rahmen der zahlreichen Juni-Feste („Festas Juninas“), die in Brasilien mit traditionellen Trachten, Musik und Kunst aus den jeweiligen Regionen gefeiert werden, ist das große Johannisfeuer der am meisten erwartete Moment – besonders für die Kinder.
Mit der Zeit habe ich die Tradition der Herz-Jesu-Feuer in Südtirol näher kennengelernt und war erstaunt über ihren Ursprung und ihre tiefe Bedeutung. Nach fast zehn Jahren in Südtirol entstand in mir, unterstützt von guten Freunden, die Idee, die schöne Tradition der Herz-Jesu-Verehrung auf besondere Weise weltweit bekannt zu machen.
Im Jahr 2024 dauerte die Aufklärungskampagne mit Plakaten des Herz-Jesu-Bildes, die in der gesamten Region angebracht wurden, eine Woche. In diesem Jahr 2026 wiederholen wir mit eurer Hilfe diese Initiative und zeigen das Herz-Jesu-Bild den gesamten Monat Juni hindurch im öffentlichen Raum.
Gustavo Brinholi
Musiker und Filmregisseur
Im Jahr 2021, nach einer Krisenphase im weltweiten Kino, kam der unabhängig produzierte Film „Human Life“ in 25 Kinos in Spanien auf die Leinwand, vertrieben von der European Dreams Factory, und zwar genau in den Tagen vor dem Fest des Heiligsten Herzens Jesu in jenem Jahr. Noch bevor ich in Spanien ankomme, recherchiere ich im Internet, um einen kurzen touristischen Abstecher in die katalanische Hauptstadt zu planen, und lande auf der Website von Etsuro Sotoo, dem Chefbildhauer der Sagrada Família, wo ich lese, was Etsuro als Grundlage der Schönheit betrachtet:
„Das Schönste auf dieser Welt ist weder ein Gemälde von Miró noch ein Werk von Gaudí. Und es ist auch in keinem Museum zu finden.
Das Schönste auf dieser Welt ist eine gerade erst geborene Seele. Eine Seele, die um ihr Leben kämpft: Das ist das Schönste.
Das ist für mich die Grundlage der Schönheit.“
Diese wunderschöne Definition, die eng mit dem Thema von „Human Life“ verbunden ist, hat mich dazu inspiriert, Etsuro Sotoo eine spontane Nachricht zu schreiben und ihn zur Premiere des Films in Barcelona einzuladen.
Zu meiner großen Überraschung und Freude kam der Meister Etsuro Sotoo am Samstag, dem 12. Juni, zur katalanischen Premiere. Am nächsten Tag, dem 13. Juni, ging ich zur Messe in die Sagrada Família und konnte ganz kurz die von Antoni Gaudí entworfene und noch im Bau befindliche Basilika besichtigen.
Seitdem stehe ich in Kontakt mit Sotoo, dem Künstler, der bereits länger an der Sagrada Familia gearbeitet hat als Gaudí selbst.
Am 10. Juni 2026, anlässlich des 100. Geburtstags von Antoni Gaudí und des 5. Jahrestags des Kinostarts des Films „Human Life“, wird der Dokumentarfilm in der Kirche San Giovanni in Villa zu folgenden Zeiten gezeigt:
9.30 Uhr – auf Deutsch
11.00 Uhr – auf Italienisch
15.00 Uhr – auf Deutsch
17.00 Uhr – auf Italienisch
!!!! Am 11. Juni um 20:00 Uhr findet der Vortrag von Kathrin Benz statt, der Autorin der ersten deutschsprachigen Biografie über Gaudí !!!
Im Jahr 2016, meinem zweiten Lebensjahr in Bozen, war ich zutiefst beeindruckt von diesem wunderschönen Anblick, als ich zum ersten Mal von meiner Wohnung aus bei Sonnenuntergang die Feuer des Heiligen Herzens Jesu über den imposanten Gipfeln Südtirols leuchten sah. Die Erinnerung an die Freudenfeuer der „Fogueira de São João“ in Brasilien, wo ich geboren und aufgewachsen bin, hat mein Herz berührt. Im Rahmen der zahlreichen Juni-Feste („Festas Juninas“), die in Brasilien mit traditionellen Trachten, Musik und Kunstwerken der jeweiligen Regionen gefeiert werden, ist dieses große Johannisfeuer der am meisten erwartete Moment, vor allem für die Kinder.
Mit der Zeit habe ich mich der Tradition der Herz-Jesu-Feuer in Südtirol genähert und war erstaunt und voller Bewunderung über ihren Ursprung und die tiefe Bedeutung, die sich dahinter verbirgt. Nach fast zehn Jahren Leben in Südtirol entstand in mir die Idee, unterstützt von guten Freunden, die schöne Tradition der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu auf besondere Weise in der ganzen Welt bekannt zu machen. Im Jahr 2024 dauerte die Werbekampagne, bei der das Bild des Heiligen Herzens auf Plakaten in der gesamten Region ausgestellt wurde, eine Woche.
In diesem Jahr 2026 wiederholen wir mit Ihrer Hilfe die Initiative mit einer öffentlichen Ausstellung des Bildes während des gesamten Monats Juni!
Außerdem gibt es vom 9. bis 11. Juni ein kulturelles Programm, ebenfalls in der Kirche St. Johann im Dorf.
9. Juni um 20 Uhr:
Der Arzt und Schriftsteller Paolo Gulisano hält einen Vortrag über Jérôme Lejeune zum Gedenken an den 100. Geburtstag des großen Arztes und Genetikers.
An diesem Abend wird die Sängerin Giulia Faria Lieder von Hildegard von Bingen singen, begleitet von Renan Galvão und Gustavo Brinholi. Vortrag auf Italienisch
11. Juni um 20 Uhr:
Die Journalistin Esther von Krosigk, Autorin der ersten Biografie über Antoni Gaudí in deutscher Sprache, hält einen Vortrag über den katalanischen Architekten, der unter anderem die Sagrada Família in Barcelona entworfen hat.Auch an diesem Abend gibt es musikalische Einlagen mit Giulia Faria und Gustavo Brinholi. Vortrag in deutscher Sprache.
Das „historische“ Herz Jesu-Bild im Dom zu Bozen von Johann Joseph Karl Henrici (um 1770)
In großer Kriegsnot schlossen unsere Väter einen hl. Bund mit dem Heiligsten Herzen Jesu – auf ewige Zeiten – und bekräftigten diesen erstmals und feierlich vor diesem ehrwürdigen Bild in der Pfarrkirche zu Bozen am 3. Juni 1796.
Die Verehrung des Herzen Jesu im Zusammenhang mit der Geschichte Tirols
Die Verehrung des Herzens Jesu geht auf die Visionen der Hl. Margareta Maria Alacocque zurück. Im Kloster von Paray Le Monial in Frankreich wies Jesus sie auf seine große Liebe zu den Menschen hin: „Seine Liebe war so groß, dass er das Kreuz für deren Schuld auf sich geladen hat, aber meist dafür nur Undank erntete. Deshalb wünscht er die Verbreitung der Verehrung seines heiligsten Herzens, als Wiedergutmachung der vielen Gotteslästerungen, die ständig begangen werden. am 17. Juni 1689 bat Jesus durch Margareta Maria Alacoque um die Weihe des Königs und des Landes an das Herz Jesu. König Ludwigs XIV kam dieser Bitte nicht nach. Am 17. Juni 1789 begann die französische Revolution in einer konstituierenden Versammlung des Dritten Standes, die in revolutionärer Art einen Teil der Regierungsgewalt übernahm. Das vordergründige Ziel war, die Monarchie zu stürzen, hintergründig aber ging es um das freimaurerische Gedankengut, eine innerweltliche Gesellschaft ohne Gott und Kirche aufzubauen. Der Schlachtruf der Revolution: Freiheit (ohne jegliche Autorität, die von Gott ausgeht), Gleichheit (Rechtsgleichheit bis hin zu kommunistischer Gleichheit), Brüderlichkeit (Solidarität, die die persönliche Freiheit einschränkt) brachte Chaos, Verwirrung, grausame Verfolgung Andersdenkender, vor allem der Geistlichen und Christen.
Papst Clemens XII. gestattete 1765, das Herz-Jesu-Fest mit einer eigenen Messfeier zu begehen. In Tirol begannen die Jesuiten mit Hilfe ihrer Volksmissionen die Verehrung des Herzens-Jesu zu verbreiten. In der Dreifaltigkeitskirche in Innsbruck wurde ein Bild aufgestellt, das die religiöse Bevölkerung begeistert verehrte. Unter der Regentschaft Kaiser Josefs II. wurde der Jesuitenorden 1773 aufgehoben und seit 1782 war es unter strenger Strafe verboten, über das Herz Jesu zu predigen oder Andachten zu halten.
1792, auf dem Höhepunkt der Revolution, begann Napoleon Bonaparte als erfolgreicher Feldherr die Länder Europas zu erobern, um dieses Gedankengut zu verbreiten. Am 14. Mai erreichte Tirol die Nachricht, dass Napoleon auf dem Rückzug von Mailand das Etschland und gleichzeitig von Osten über Kärnten ganz Tirol besetzen und anschließend nach Deutschland vordringen wird. Tirol war, bedingt durch die Friedenszeit seit 1703 und die militärische Abkoppelung von Wien in keiner Weise auf einen Widerstandskrieg vorbereitet.
Am 1. Juni 1796 wurde daher von allen Tiroler Landständen der Beschluss gefasst, zur Erflehung göttlichen Beistands und Segens das feierliche Gelübde abzulegen, Tirol unter den Schutz des Herzens-Jesu zu stellenund das Herz-Jesu-Fest alljährlich mit einem feierlichen Gottesdienst zu begehen. Bereits am 3. Juni 1796 lösten die Tiroler das Versprechen ein und begingen in der Bozner Pfarrkirche zum ersten Mal das Herz-Jesu-Fest, das bis heute in Süd- Ost und Nordtirol gefeiert wird. Das Gelöbnis sollte nicht nur Hilfe für die bevorstehenden Kämpfe erbitten, sondern es war auch der Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen dem Geist der Revolution und dem Christentum. Der Umstand, dass sich Tirol unter den Schutz Herz-Jesu stellte, prägte nicht nur das Tiroler Volk, sondern auch Andreas Hofers Frömmigkeit. In der Zeit der bayrischen Besetzung Tirols (Bayerns Regierung stand auf der Seite Napoleons) wurde das Fest verboten.
Nach dem Gelöbnis geschah das Unfassbare! Während noch umfangreiche Verteidigungsmaßnahmen im ganzen Lande vorbereitet wurden, traf in Tirol die Nachricht ein, dass Napoleon seinen geplanten Feldzug gegen Tirol plötzlich abgebrochen und mit seinen Truppen wieder westwärts nach Frankreich abgezogen ist. Bis heute gibt es, trotz eifriger wissenschaftlicher Nachforschungen der Historiker, darüber keine geeignete Erklärung.
Informationen mit Anregungen von P. G. Mura
DIES IST DAS HERZ, DAS SO SEHR GELIEBT HAT
(aus der Enzyklika Dilexit Nos des Heiligen Vaters FRANZISKUS über die menschliche und göttliche Liebe des Herzens von Jesus Christus)
48. Die Verehrung des Herzens Christi ist nicht ein von der Person Jesu losgelöster Kult um ein Organ. Das, was wir betrachten und anbeten, ist der ganze Jesus Christus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, dargestellt in einem Bild, das sein Herz besonders betont. In diesem Fall wird das fleischliche Herz als Bild oder bevorzugtes Zeichen der innersten Mitte des menschgewordenen Sohnes und seiner sowohl göttlichen als auch menschlichen Liebe betrachtet, weil es mehr als jedes andere Organ seines Leibes »ein natürliches Zeichen oder Sinnbild seiner unermesslichen Liebe« ist. (Pius XII., Enzyklika Haurietis Aquas (15. Mai 1956)